Essener Philharmoniker

Spielzeit 2015/2016: Sinfoniekonzerte

Johannes Brahms Konzert D-Dur für Violine und Orchester, op. 77
Sergej Prokofjew Sinfonie Nr. 5 B-Dur, op. 100

Dirigent Tomáš Netopil
Solist Frank Peter Zimmermann

Eines der “eingänglichsten, klarsten und spontanst erfundenen Erzeugnisse dieses Componisten” – so beschreibt ein zeitgenössischer Musikkritiker das Violinkonzert von Johannes Brahms kurz nach der Uraufführung im Leipziger Gewandhaus im Jahre 1879. Der Komponist selbst ist hingegen kritischer und schätzt sein Werk als sehr schwierig ein. Er wendet sich an einen befreundeten Geiger und erfragt, ob das Stück überhaupt gut und praktisch genug sei, um es drucken zu lassen. Etwa 66 Jahre später hat Sergej Prokofjew ein ganz anderes Problem: Die Uraufführung seiner Sinfonie am 13. Januar 1945 kann erst verspätet beginnen, weil die Nachricht vom siegreichen Vordringen der Roten Armee über die Weichsel Moskau erreicht und zahlreiche Kanonensalven abgefeuert werden. Den zeitlichen Umständen ist auch die Motivation des Komponisten geschuldet, mit der Sinfonie Nr. 5 “ein Lied auf den freien und glücklichen Menschen anzustimmen, seine schöpferische Kraft”. Das Werk beinhaltet die Quintessenz seines OEuvres und überzeugt durch die Verbindung von sinfonischem Pathos mit den gestisch empfundenen Ausdrucksbildern seiner musikalischen Sprache.