Essener Philharmoniker

Spielzeit 2015/2016: Sinfoniekonzerte

Antonn Dvořák “Stabat Mater”, op. 58

Dirigent Tomáš Netopil
Gesangssolisten Jeffrey Dowd, Katrin Kapplusch, Ieva Prudnikovaite, Almas Svilpa
Chöre Opernchor des Aalto-Theaters, Philharmonischer Chor Essen
Choreinstudierung Patrick Jaskolka

In Dvořáks “Stabat Mater” treffen demütig-fromme Schmerzensklänge auf den wiegenden Ton im Geiste einer böhmischen Dorfhochzeit. Das Resultat ist ein andächtiger Totentanz, der das mittelalterliche Gedicht mit viel Feingefühl und farbenreicher Instrumentation sinnlich erfahrbar macht. Die Verse über die trauernde Gottesmutter im Anblick ihres ans Kreuz genagelten Sohnes waren dem Kirchenmusiker bereits aus Kindheitstagen vertraut und stellten für ihn weit mehr als nur eine künstlerische Inspirationsquelle dar. Nach eigener Aussage identifizierte er sich nach dem tragischen Tod dreier seiner Kinder in den Jahren 1875 bis 77 auf ganz persönliche Weise mit der feingliedrigen Dichtung, die ihm gleichsam als Trauerbewältigung diente. In den Todesjahren seiner Kinder begann Dvořák aus dem Gedicht zehn musikalische Sätze zu formen, die sich graduell in ihrer Intensität steigern. Vier Jahre nach der Uraufführung im Jahr 1880 gelang ihm mit einer Darbietung in der Londoner Royal Albert Hall, die er selbst leitete, schließlich der internationale Durchbruch als Komponist.